Cold Brew Coffee vs. Flash Brew – Zwei erfrischende Zubereitungsarten im direkten Vergleich
Kaffee ist schon lange mehr als nur ein einfaches Heißgetränk am Morgen. In den letzten Jahren haben sich vor allem im Sommer zwei besondere Varianten kalten Kaffees herauskristallisiert: Cold Brew und Flash Brew. Beide Methoden liefern erfrischende Kaffeekreationen, unterscheiden sich jedoch in Zubereitung und Geschmack deutlich. In diesem Beitrag erfährst du, wo die Unterschiede liegen, welche Methode besser zu deinem Geschmack passt und wie du beide Varianten zuhause ganz einfach selbst zubereiten kannst.
Was ist Cold Brew Coffee?
Cold Brew Coffee ist längst kein Geheimtipp mehr. Ursprünglich aus Japan stammend, hat sich diese Methode in den USA rasant verbreitet und ist heute weltweit in Coffeeshops, Supermärkten und Haushalten zu finden. Bei der Cold Brew Methode wird Kaffee mit kaltem Wasser über mehrere Stunden extrahiert. Der Prozess ist schonend, wodurch ein milder, runder Geschmack entsteht, der besonders wenig Bitterstoffe enthält. Für viele gilt Cold Brew als ideale Sommeralternative zum klassischen heißen Kaffee.
Zubereitungsmethode Cold Brew – Schritt für Schritt
Für einen gelungenen Cold Brew empfiehlt sich ein grob gemahlener Kaffee. Pro Liter Wasser solltest du etwa 80-100 Gramm Kaffeepulver verwenden. Das Kaffeepulver wird in ein Gefäß gegeben und mit kaltem, gefiltertem Wasser übergossen. Rühre die Mischung gut durch und lasse sie anschließend für mindestens 12 bis 18 Stunden im Kühlschrank ziehen. Danach wird das Kaffeekonzentrat durch einen Papierfilter oder ein feines Sieb gefiltert. Du kannst den fertigen Cold Brew entweder pur trinken, auf Eis genießen oder mit einem Spritzer Hafermilch oder Vanillesirup verfeinern.
Typische Geschmacksprofile eines Cold Brew
Der Geschmack von Cold Brew ist weich und angenehm auf der Zunge. Je nach verwendeter Bohnensorte und Röstung bringt Cold Brew oft schokoladige, nussige oder sogar fruchtige Noten hervor. Da kein heißes Wasser verwendet wird, bleiben viele Bitterstoffe unextrahiert, was zu einem besonders runden und magenfreundlichen Geschmack führt. Cold Brew ist somit nicht nur ein Trend, sondern auch ein Genuss für empfindlichere Kaffeefans.
Was ist Flash Brew Coffee?
Im Gegensatz zum Cold Brew wird Flash Brew Kaffee mit heißem Wasser zubereitet – aber direkt in oder über Eis gegossen. Die Idee: Durch das Herunterkühlen direkt nach der Extraktion bleibt der Geschmack besonders frisch, klar und aromatisch. Die Methode vereint die Aromenvielfalt eines frisch gebrühten Kaffees mit der erfrischenden Wirkung eines kalten Getränks. Besonders beliebt ist diese Methode unter Baristas, die auf der Suche nach einer geschmacklich komplexen, aber schnellen Alternative zum Cold Brew sind.
Zubereitungsmethode Flash Brew – So gelingt es
Für die Zubereitung benötigst du hochwertigen Filterkaffee, heißes Wasser sowie Eiswürfel. Das Verhältnis orientiert sich an der klassischen Filterkaffeezubereitung, allerdings reduzierst du die verwendete Wassermenge um etwa die Hälfte und ersetzt sie durch Eis. Gib also beispielsweise 200 ml heißes Wasser über 30 g Kaffeepulver und lasse die Flüssigkeit direkt auf 200 g Eiswürfel tropfen oder gießen. Alternativ kannst du die Zubereitung per Handfilter, Chemex oder Aeropress durchführen. Das Eis kühlt den Kaffee sofort ab und bewahrt Fruchtaromen sowie eine angenehme Säure.
Geschmacksprofil des Flash Brew
Flash Brew Kaffee zeichnet sich durch seine lebendige, aromatische Frische aus. Anders als Cold Brew hat er mehr Säure und Körper, was besonders sortenreinen Spezialitätenkaffees zugutekommt. Fruchtige und florale Noten, die beim Cold Brew oft untergehen, treten beim Flash Brew deutlich heraus. Diese Methode offenbart besonders bei hell gerösteten Bohnen ihre ganze Aromenvielfalt.
Wichtige Unterschiede zwischen Cold Brew und Flash Brew
Beide Methoden liefern erfrischenden Kaffeegenuss, basieren aber auf ganz unterschiedlichen Prinzipien: Cold Brew benötigt viel Zeit für die Extraktion, nutzt kaltes Wasser und erzeugt einen weichen, nahezu säurefreien Geschmack. Flash Brew hingegen arbeitet mit Hitze und schneller Abkühlung, wodurch ein vielseitigeres Geschmacksprofil mit betonter Säure und frischer Note entsteht.
Während Cold Brew eher sanft wirkt und oft als “Kaffee-Konzentrat” zum Mixen genutzt wird, ist Flash Brew ideal für den sofortigen Genuss. Cold Brew ist zudem besonders koffeinstark, da durch die lange Ziehzeit viel von der anregenden Substanz extrahiert wird. Flash Brew hat durch die kürzere Kontaktzeit mit dem Kaffeepulver etwas weniger Koffein pro Tasse und bietet dafür mehr Aromenvielfalt für Feinschmecker.
Welche Methode passt zu dir?
Die Wahl zwischen Cold Brew und Flash Brew hängt vor allem von deinem Geschmack und deinen zeitlichen Möglichkeiten ab. Wer es samtig, mild und magenfreundlich mag und gerne größere Mengen auf Vorrat produziert, greift zum Cold Brew. Wer hingegen innerhalb weniger Minuten eine geschmacksintensive, frische Tasse genießen will, entscheidet sich für den Flash Brew.
Bist du Fan von fruchtigen Aromen und lebendiger Säure? Dann bietet dir Flash Brew neue Sensorik-Erlebnisse. Für Anhänger schokoladiger, kräftiger Geschmäcker ist Cold Brew oft die erste Wahl. Letzterer eignet sich zudem hervorragend für Mixgetränke – zum Beispiel im Kaffeecocktail, im Dessert oder mit etwas Sahnelikör.
Kaffeemethoden weltweit im Wandel
Während Cold Brew bereits in US-amerikanischen Coffeeshops wie Starbucks oder Blue Bottle populär ist, findet der Flash Brew langsam seinen Weg in Deutschland. Immer mehr Third-Wave-Coffee-Anbieter setzen auf neue Experimente rund um Kaffeekühlung und Extraktmethoden. Besonders in Japan wird Flash Brew seit Jahrzehnten gepflegt, bekannt auch unter dem Begriff „Japanese Iced Coffee“.
Einen lesenswerten, tiefergehenden Beitrag über Flash Brew Coffee bietet Stumptown Coffee aus Portland, einer der bekanntesten Kaffeeröstereien der USA. Dort erfährst du auch, wie verschiedene Regionen und Wasserqualitäten das Geschmackserlebnis beeinflussen können.
Erfrischender Kaffeegenuss selbst gemacht – Praxistipps
Unabhängig von der gewählten Methode bieten beide Varianten einen hervorragenden Einstieg in die Welt des kreativen Kaffeegenusses. Experimentiere mit unterschiedlichen Bohnensorten, Röstgraden und Wasser-Kaffee-Verhältnissen. Probiere zum Beispiel einen fruchtigen Äthiopier im Flash Brew oder einen kräftigen Brasilianer im Cold Brew, um die Vielfalt des schwarzen Goldes zu entdecken.
Tipp: Lagere Cold Brew am besten in einer verschließbaren Glasflasche im Kühlschrank. So hält er sich bis zu einer Woche frisch. Für Flash Brew empfehlen sich gefrorene Eiswürfel aus Kaffee selbst, damit dein fertiges Getränk bei Schmelzen nicht verwässert wird.
Fazit – Zwei Methoden, zwei Geschmackserlebnisse
Cold Brew und Flash Brew sind mehr als einfach kalter Kaffee – es sind zwei raffinierte Zubereitungsmethoden, die den Kaffee neu erlebbar machen. Ob du es süßlich-sanft oder fruchtig-intensiv bevorzugst, liegt in deinem persönlichen Geschmack. Der Trend zum Kaltkaffee zeigt: Kaffee bleibt ein kreatives, wandelbares Getränk – für Genießer, Puristen und Neuentdecker. Mit wenigen Handgriffen kannst du dir dein ideales Sommergetränk sogar zuhause zaubern. Lass dich inspirieren und entdecke die vielseitige Welt des kalten Kaffees!

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